Was ist eine Lithophanie: Weißer Kunststoff, der beim Erleuchten zu atmen beginnt

Alex

Die erste Reaktion eines Kunden beim Entgegennehmen einer Lithophanie ist immer dieselbe: leichte Skepsis. Sie halten eine 4 Millimeter dicke Schicht aus weißem PLA in der Hand, auf der man bei Tageslicht bestenfalls verschwommene Umrisse erkennt. Nichts, was an das Foto ihrer Tochter erinnern würde.

Der Zauber geschieht in dem Moment, in dem hinter dem Kunststoff eine Glühbirne aufleuchtet.

Die Lithophanie funktioniert nach einem Prinzip, das die Franzosen in den 1820er Jahren erfunden haben: damals aus Porzellan, heute aus dem 3D-Drucker. Die Materialdicke bestimmt an jedem Punkt direkt, wie viel Licht hindurchdringt. Wo die Schicht dünn ist, dringt das Licht fast ungehindert durch, und es entsteht ein weißer Punkt. Wo sie dick ist, bleibt ein Schatten. Der Drucker setzt also keine Farben zusammen, sondern ein Relief, das sich nur von hinten lesen lässt.

In der Praxis bedeutet das, dass aus jedem Pixel eine physische Erhebung mit einer Genauigkeit von ±50 μm wird. Aus einem 2000 Pixel breiten Foto der Großmutter werden 2000 verschiedene Dicken, die der Drucker in Prešov über mehrere Stunden Schicht für Schicht aufbaut.

Das Ergebnis ist ein Objekt, das Ihnen tagsüber nichts verrät. Abends schalten Sie es ein, und ein Gesicht erscheint mit einer Tiefe, die ein Poster nie erreichen könnte, denn Sie schauen nicht auf einen Druck, sondern hindurch. Alle verfügbaren Modelle finden Sie in unserem vollständigen Katalog.

Deshalb funktioniert es auch bei Skeptikern. Solange sie das Aufleuchten nicht sehen, denken sie, sie kaufen ein weißes Stück Kunststoff. Nach dem Einschalten wissen sie, dass sie Licht mit einem Gesicht kaufen.

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